Der Ludgerusbrunnen liegt von Alters her in der kleinen Alstätte, einem Kultort der heidnischen Vorfahren. Christliche Missionare suchten diese Stätte mit Vorliebe auf, um hier die Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Auch der Heilige Liudger soll den Überlieferungen nach hier getauft haben. Urkundlich wird der Brunnen im Jahr 1541 erstmalig erwähnt. Mit Sicherheit ist anzunehmen, dass er vorher schon eine Ummauerung besaßt. Im Jahre 1622 ließ der Archidiakon von Billerbeck das Mauerwerk ausbessern. Zur 1050-Jahresfeier wurde der Platz neu gefasst und erhielt eine neue Überdachung. Die Arbeiten zogen sich bis in das Jahr 1860 hin.
Die barocke Brunnenkapelle, ein dreiseitig geöffneter Ziegelbau mit Sandsteingliederung, ist eine Stiftung des Billerbecker Stadtrichters und seiner Ehefrau aus dem Jahre 1702. Ihre Wappen findet man rechts und links über dem Eingang.
1953 wurde das Ensemble im Rahmen von Renovierungsarbeiten um die Liudgerfigur am Rand des Brunnens ergänzt. Der Bildhauer Bernhard Meyer schuf die Liudgerfigur mit Zügen des Kardinals von Galen.
Denkmalnummer 24, eingetragen seit 26.02.1985
Bildstöcke und Denkmäler - Nr. 11 - Billerbeck und Umgebung / mit Radwanderkarte
Herausgeber: Wolfgang Suwelack Stiftung 2005 unter Mitarbeit von Paul Schulze-Isfort (1920-1993)
15.08.2025