WINFRIED RUSCH BEENDET SEIN ERFOLGREICHES EULENPROJEKT - 42 JAHRE ARTENSCHUTZPROGRAMM IM KREIS COESFELD

Steinkauzkontrolle 2023. Foto: Markus Stera
Steinkauzkontrolle 2023. Foto: Markus Stera

Insgesamt 42 Jahre lang habe ich mich den Steinkäuzen im Kreis Coesfeld gewidmet. Nun endet leider aus Altersgründen diese lohnenswerte Arbeit.

 

Eulen (Strigiformes) sind auf der ganzen Erde und in allen Landschaften und Klimazonen verbreitet. In Europa kommen insgesamt 13 verschiedene Eulenarten vor. Davon brüten im Kreis Coesfeld fünf: Schleiereule, Steinkauz,

Waldkauz, Waldohreule und seit einiger Zeit auch wieder der Uhu. Im Jahr 1981 begann ich mit dem Artenschutzprogramm, das ich der kleinsten Eule, dem Steinkauz, widmen wollte. Ihr Bestand nahm ständig ab, weil seine Lebensräume fortschreitend zerstört werden.

 

Am liebsten lebt er in alten Obstwiesen, in denen er sich mit Mäusen und Insekten versorgen kann. Für den Kreis Coesfeld gab es bis dahin keinerlei Übersicht, wie häufig die Tiere vorkamen. Die Grundvoraussetzung für effektive Schutzmaßnahmen ist eine Bestandserfassung. Man kann Tiere nur schützen, wenn man weiß, wo und wie viele es gibt und wie sich ihre Bestände entwickeln.

 

In den ersten Jahren besuchte ich diverse Eulenschützer*innen und baute nach und nach eine Arbeitsgruppe auf. Es unterstützten mich auch viele Landwirte. Über die Tagespresse erhielt ich weitere Informationen über bisher unbekannte Brutvorkommen der kleinen Eule. Während der Wintermonate besuchte ich passende Lebensräume mit einer Klangattrappe und erfasste weitere.

Seither wurden in solchen Gebieten über 500 Niströhren aufgestellt. Naturbruten gibt es kaum noch wegen fehlender Baumhöhlen.

 

In den ersten Monaten des Jahres erfolgen erste Nistplatzkontrollen. Noch nicht beringte Tiere wurden ab 1991 in Kooperation mit der Vogelwarte Helgoland beringt. Bisher wurden über 6.500 Steinkäuze und 315 Schleiereulen gekennzeichnet, davon wurden 1.250 Steinkäuze wiedergefunden. Mithilfe einer Kartierung auf einer topografischen Karte werden die Standorte der Brutplätze festgehalten. Eine flächendeckende Bestandsaufnahme wurde ab dem Jahr 2000 nur noch auf dem Messtischblatt-Nr. 4009 (Coesfeld, 128 km2), mit etwa 80 Brut paaren durchgeführt.

 

Im Rahmen des Artenschutzprogramms wurden etliche Veranstaltungen zum Thema durchgeführt:

– 1984/1985 Steinkauzausstellungen in Coesfeld und Billerbeck

– 1994 Nordrheinwestfälische Steinkauzschutz-Tagung in Billerbeck mit über 60 Teilnehmenden

– ungezählte Vorträge bei vielen Vereinen

– 2022/2023 Steinkauzausstellung im Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld in Nottuln-Darup

– jährliche Familienexkursionen in Billerbeck und Dülmen-Rorup

– Besuch von Eulentagungen

– diverse Artikel in der Tagespresse

– Internetseite: www.steinkauz-artenschutzprogramm.de

 

Bedingt durch mein Alter werde ich das Artenschutzprogramm im Jahr 2023 beenden. Dennoch hoffe ich darauf, dass die Kartierung und der Steinkauzschutz im Kreis Coesfeld von Interessierten weiterhin fortgesetzt wird.

 

Ich möchte den vielen Helfern danken, ohne die ich diese wichtige Arbeit nicht geschafft hätte.

Winfried Rusch

Der Artikel erschien in der "Naturzeit", Heft 1, 2024